wp-m365-login/docs/security-audit.md
friloo 8766927123
Add certificate authentication, in-app setup guides and security audit
Certificate (RFC 7523 client assertion) as an alternative to the client
secret: one-click generation of a 3072-bit RSA key pair with a
self-signed certificate, .cer download (public part only), own PEM
upload with validation, expiry display, encrypted key storage. Both the
authorization code exchange and the Graph client-credentials request
use the selected method. Step-by-step guides for secret, certificate
and the app registration are shown in the settings.

Security audit (docs/security-audit.md) and fixes:
- Multi-tenant mode ignored the unverified email claim: matching now
  uses the UPN only, or the email claim when xms_edov is true.
- Login starts are rate limited per client (30 per 10 minutes).
- Optional trusted proxy header for client IPs
  (M365_LOGIN_CLIENT_IP_HEADER / filter).

Co-Authored-By: Claude Fable 5.1 <noreply@anthropic.com>
Claude-Session: https://claude.ai/code/session_01JJxAHYdMfKPoN4koRc4Ci2
2026-09-22 15:04:32 +00:00

11 KiB
Raw Permalink Blame History

Security-Audit: M365 Login 1.0.0

Stand: 22.09.2026 · Umfang: gesamter Plugin-Code (PHP, JS, CSS), Konfiguration, Deployment-Hinweise · Methode: manuelle Code-Review gegen OAuth 2.0 / OpenID Connect Best Current Practice (RFC 6749, RFC 7636 PKCE, RFC 7523 Client Assertions, OAuth 2.0 Security BCP), OWASP ASVS 4.0 (V2 Authentication, V3 Session, V5 Validation, V6 Cryptography), WordPress Plugin Handbook „Security“ sowie isolierte Tests der sicherheitskritischen Klassen.

Der Audit wurde ohne laufende WordPress-Instanz durchgeführt. Alle Aussagen zum Laufzeitverhalten beruhen auf Code-Lesung und den isolierten Tests (JWT-Verifikation, Verschlüsselung, Zertifikate, Eingabeverarbeitung, Nur-Button-Sperre). Ein Penetrationstest gegen eine echte Installation steht aus und wird empfohlen.

1. Zusammenfassung

Schweregrad Gefunden Behoben Offen (mit Empfehlung)
Hoch 1 1 0
Mittel 3 3 0
Niedrig 5 3 2
Hinweis 6 6

Der Login-Flow ist nach dem Audit ohne bekannte kritische oder hohe Schwachstellen. Der einzige Hoch-Befund (Account-Übernahme im Multi-Tenant-Modus über den unverifizierten email-Claim) wurde behoben. Die beiden offenen Niedrig-Befunde betreffen Betriebsumgebung und Konfiguration, nicht den Code.

2. Bedrohungsmodell

Schutzziele: (1) Nur die Person, die ein Microsoft-Konto kontrolliert, darf sich als der zugehörige WordPress-Benutzer anmelden. (2) Client Secret bzw. privater Schlüssel dürfen nicht abfließen. (3) Der Nur-Button-Modus darf nicht umgangen werden. (4) Keine Rechteausweitung über die Admin-Oberfläche.

Angreifer: (A) anonymer Internet-Nutzer, (B) Benutzer eines fremden Entra-Tenants, (C) Benutzer des eigenen Tenants ohne WordPress-Konto, (D) Angreifer mit Lesezugriff auf die Datenbank (Backup, SQL-Injection in anderem Plugin), (E) Angreifer im Netzwerkpfad (MITM), (F) angemeldeter WordPress-Benutzer mit niedriger Rolle.

3. Befunde

H-1 · Multi-Tenant-Modus: Kontoübernahme über den email-Claim — behoben

Beschreibung. Bei Tenant organizations/common akzeptiert das Plugin Tokens beliebiger Tenants. Der email-Claim in Entra-ID-Tokens ist ein frei editierbares Benutzerattribut des ausstellenden Tenants. Angreifer (B) legt in seinem eigenen Tenant einen Benutzer mit mail = admin@opfer.de an und meldet sich damit an; das Plugin findet den WordPress-Admin per E-Mail. Mit gepinnter Tenant-GUID (Standard-Empfehlung) war der Angriff nicht möglich.

Fix. M365_Login_Auth::email_from_claims(): Im Multi-Tenant-Modus wird ausschließlich der UPN (preferred_username, dessen Domain im ausstellenden Tenant verifiziert sein muss) verwendet; der email-Claim nur, wenn Microsoft ihn per xms_edov = true als domain-verifiziert markiert. Zusätzlich deutlicher Warnhinweis im Backend und Empfehlung der Domain-Allowlist. Test: multi-tenant: unverified email claim ignored.

Restrisiko. Ein fremder Tenant kann eine Domain nur verifizieren, wenn er sie kontrolliert. Für maximale Sicherheit bleibt die Tenant-GUID die Empfehlung.

M-1 · Passwort-Login-Sperre nur auf wp-login.phpbehoben

Der Nur-Button-Modus prüfte $GLOBALS['pagenow']; eigene Login-Formulare (wp_signon() von einer Seite) umgingen die Sperre. Jetzt greift der authenticate-Filter (Priorität 99, nach den Core-Handlern) für jede interaktive Passwort-Anmeldung; ausgenommen sind XML-RPC, REST (Application Passwords), WP-CLI und Cron, plus ein Opt-out-Filter für vertrauenswürdige Plugins. Tests: password login blocked without fallback cookie, forged fallback cookie rejected, REST requests exempt.

M-2 · authenticate-Filter mit zu früher Priorität — behoben

Erste Fassung hing bei Priorität 5; wp_authenticate_username_password() (Priorität 20) überschreibt einen übergebenen WP_Error, wenn Benutzername und Passwort stimmen — die Sperre wäre wirkungslos gewesen. Korrigiert auf Priorität 99 und Blockade nur, wenn bereits ein WP_User vorliegt (Core-Fehlermeldungen bleiben erhalten).

M-3 · Unbegrenzte Erzeugung von State-Datensätzen — behoben

Jeder Aufruf von wp-login.php?action=m365_login legt einen Transient (10 Min.) an. Angreifer (A) konnte die Options-Tabelle fluten. Jetzt max. 30 Starts pro Client-IP und 10 Minuten (too_many_attempts).

N-1 · Rate-Limit nach REMOTE_ADDR hinter Reverse Proxy — behoben (opt-in)

Hinter Cloudflare/Load Balancer teilen sich alle Besucher eine IP: Fehlversuche eines Angreifers sperren alle (DoS auf den Fallback-Link), bzw. der Angreifer verteilt sich nicht. Neu: Konstante M365_LOGIN_CLIENT_IP_HEADER bzw. Filter m365_login_client_ip_header zur Angabe eines vertrauenswürdigen Proxy-Headers. Nicht automatisch aktiv, weil ein Client-Header ohne Proxy fälschbar wäre. Der Fallback-Key selbst hat ≈139 Bit Entropie; das Rate-Limit ist Defense-in-Depth, kein primärer Schutz.

N-2 · Client Secret / privater Schlüssel: Schlüsselableitung aus den WordPress-Salts — behoben (Design)

AES-256-GCM mit HKDF aus AUTH_KEY/SECURE_AUTH_KEY. Angreifer (D) mit reinem DB-Zugriff kann die Werte nicht entschlüsseln. Angreifer mit Zugriff auf wp-config.php hat ohnehin Vollzugriff. Bewertung: angemessen für die Plattform; ein HSM/KMS ist in WordPress nicht praktikabel. Hinweis: Rotation der Salts macht gespeicherte Werte unlesbar (Plugin meldet „nicht konfiguriert“, Neueingabe nötig) — im Backend dokumentiert.

N-3 · Zertifikats-Authentifizierung (RFC 7523) — neu, geprüft

Client Assertion: RS256, aud = Token-Endpunkt, iss/sub = Client-ID, jti 192 Bit Zufall, exp 5 Min., Header x5t und x5t#S256. Privater Schlüssel: 3072 Bit RSA, verschlüsselt gespeichert, nie ausgegeben (Download liefert ausschließlich das Zertifikat, Capability + Nonce geprüft). Eigene PEM-Paare: Prüfung auf RSA ≥ 2048 Bit, Schlüssel-Zertifikat-Zugehörigkeit, Ablaufdatum; verschlüsselte Keys werden abgelehnt (keine Passphrase-Speicherung). Tests: assertion signature verifies with certificate, mismatched key/cert rejected, 1024-bit key rejected.

N-4 · Fehlermeldungen als Codes — in Ordnung

m365_error transportiert nur einen Whitelist-Code; Texte sind fest und übersetzt. Keine Reflektion von Microsoft-Fehlertexten an Endnutzer (nur ins Debug-Log). Kein Unterschied zwischen „Benutzer existiert nicht“ und anderen Fehlern gegenüber Angreifer (C)? — Doch: no_user ist unterscheidbar. Bewertung: akzeptabel, weil der Angreifer dafür bereits ein gültiges Konto des Tenants braucht und die Information (welche E-Mails ein WP-Konto haben) für Tenant-Mitglieder unkritisch ist. wp_login_failed wird ausgelöst, damit Limit-Login-Plugins zählen.

N-5 · Transient-Verlust bei Object-Cache-Eviction — offen, Hinweis

State-Datensätze liegen in Transients. Bei einem Object Cache mit aggressiver Eviction (kleiner Redis) kann ein State vor Ablauf verschwinden → „Login request expired“. Kein Sicherheitsproblem (fail closed), aber ein Verfügbarkeitsthema. Empfehlung: ausreichende Cache-Größe oder m365_login_*-Keys von der Eviction ausnehmen.

N-6 · https_ssl_verify durch Dritte deaktivierbar — offen, Hinweis

Alle Requests laufen über die WordPress-HTTP-API mit Zertifikatsprüfung. Setzt ein anderes Plugin add_filter('https_ssl_verify','__return_false'), wäre Angreifer (E) in der Lage, JWKS und Token-Endpunkt zu fälschen. Das Plugin erzwingt sslverify => true für seine eigenen Requests nicht explizit, weil WordPress-Konventionen den Site-Betreiber entscheiden lassen. Empfehlung: https_ssl_verify nie global deaktivieren.

4. Geprüfte Kontrollen (ohne Befund)

Bereich Kontrolle Ergebnis
Autorisierungsanfrage state 256 Bit, nonce 256 Bit, PKCE-Verifier 512 Bit (S256), response_mode=query
State-Bindung HMAC-Schlüssel in DB, Klartext nur in URL; HttpOnly/SameSite=Lax/Secure-Cookie mit separatem Token, Hash im Datensatz; einmalige Einlösung (Delete vor Prüfung); TTL 10 Min. ✔ Login-CSRF und Replay ausgeschlossen
Token-Austausch Server-zu-Server, Secret/Assertion nie im Browser; redirect_uri fest aus home_url()
ID-Token Nur RS256; alg=none/HMAC abgelehnt; kid Pflicht; JWKS über HTTPS, Cache 12 h, Refresh bei unbekanntem kid; iss gegen tid gebildet, aud, tid (Pinning), exp/nbf/iat mit 120 s Toleranz, nonce mit hash_equals ✔ 11 Negativtests
Benutzerzuordnung Kein Provisioning; E-Mail lowercase + is_email; Domain-Allowlist; Gruppen-Check fail closed; oid-Bindung; Multisite-Mitgliedschaft
Session wp_set_auth_cookie nach Erfolg (neues Session-Token, keine Fixation); login_redirect-Filter; wp_safe_redirect überall
Offene Redirects redirect_towp_validate_redirect; Custom-Login-URL → wp_validate_redirect beim Speichern und beim Lesen
SSRF Tenant nur GUID oder Whitelist-Wort, rawurlencode; Graph-Pfade mit rawurlencode; keine benutzerkontrollierten Hosts
Admin-Oberfläche manage_options überall; Settings-API-Nonce; AJAX check_ajax_referer + Capability; Download check_admin_referer + Capability; alle Ausgaben esc_*; JS nutzt .text()/DOM-APIs statt HTML-Strings mit Nutzerdaten
Eingaben GUID-Regex, Hex-Farben, Radius-Cap, Icon-URL nur http(s) + Bildendung, Gruppen-IDs GUID, PEM-Größenlimit 20 KB
Secrets in Logs Nie geloggt; Token-Fehler nur als Fehlercode; Log nur bei WP_DEBUG_LOG
Nur-Button-Fallback Key 24 Zeichen/55er-Alphabet (≈139 Bit); Cookie enthält HMAC, nicht den Key; 30 Min.; 10 Versuche/IP/15 Min.; Rotation; Notschalter-Konstante
Deinstallation Option, Transients (prepared LIKE), User-Meta, Multisite-Loop
Abhängigkeiten Keine externen Bibliotheken, keine CDNs; OpenSSL-Pflicht bei Aktivierung geprüft

5. Empfehlungen für den Betrieb

  1. Tenant-GUID eintragen (kein organizations/common), Domain-Allowlist setzen.
  2. Zertifikat statt Secret verwenden; Ablauf im Kalender notieren (Backend zeigt Restlaufzeit).
  3. In Entra ID „Zuweisung erforderlich“ für die Enterprise-Anwendung aktivieren und Benutzer/Gruppen zuweisen — zweite Schranke neben der WordPress-Benutzerliste.
  4. Gruppen-Beschränkung mit groups-Claim und Graph-Berechtigung einrichten (Overage-Fall).
  5. Conditional Access / MFA im Tenant erzwingen; das Plugin erbt die Stärke der Microsoft-Anmeldung.
  6. HTTPS mit HSTS; COOKIE_DOMAIN korrekt; hinter Proxy M365_LOGIN_CLIENT_IP_HEADER setzen.
  7. Nur-Button-Modus erst nach erfolgreichem eigenen Microsoft-Login aktivieren; Fallback-Link im Passwortmanager ablegen.
  8. WordPress-Salts nicht ohne Neueingabe von Secret/Zertifikat rotieren.
  9. Vor Produktivgang: Durchlauf in einer Staging-Installation inkl. der Fehlerfälle (falsche E-Mail, fremde Gruppe, abgelaufenes Secret).

6. Nicht im Umfang

Sicherheit der Microsoft-Seite (Entra ID, Graph), WordPress-Core, Hosting-Umgebung, andere Plugins/Themes, Schwachstellen in PHP/OpenSSL.